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Nuradims Gaming Blog – Belohnungs- und Beutesysteme von Destiny2 und Diablo3 im Vergleich

Release von Destiny2 und meine Erfahrungen

Als Destiny2 für den PC erschien, konnte ich leider nicht direkt loslegen. Einige Tage später hatte ich dann 2 Tage frei – und konnte mich dem lang ersehnten neuen Spiel endlich widmen.

Schnell war ich in der gut designten und stimmigen Welt verschwunden, und rettete als letzter Hüter die Welt. Wenigstens fühlte sich der Singleplayer für mich so an.

Das Erledigen der Hauptquests wurde immer wieder durch Neben Quests und öffentliche Events aufgelockert. Dadurch ging alles sehr leicht von der Hand. Regelmäßig bekam ich neue Beute – die Story schritt voran und ich fühlte mich durch neue und bessere Gegenstände und Fähigkeiten gut belohnt.

Das Spiel fühlt sich sehr gut an. Die Steuerung ist sauber, das Treffer-Feedback ist sehr gelungen. Die Grafik ist eine Wucht – wenn ich alleine dafür eine Wertung abgeben müsste, würde ich wohl eine hohe 8 oder sogar eine 9 von 10 möglichen Punkten vergeben.

Als die Story dann soweit fertig und das Universum gerettet war, ging es weiter. Ich machte weitere Nebenquests und nahm an Öffentlichen Events teil. Es ging immer weiter – der eigene Held wurde immer stärker. Auch wenn das Spiel dem Spieler leider sehr wenig erklärt, hat man doch alle Mechaniken irgendwie verstehen können – oder kam beim Gespräch mit seinem Freunden/Mitspielern darauf wie was funktioniert.

Dann rannte ich vor eine Wand. Nicht physisch, sondern ehr Virtuell, ich fand keine besseren Gegenstände mehr als ich hatte, der gesamte Fortschritt, den ich bis dato als sehr gelungen und motivierend empfand war schlagartig weg.

Meine Recherchen ergaben, dass diese Wand scheinbar ganz bewusst eingebaut wurde, um vermutlich den „wenigen“ Content etwas zu dehnen. Der persönliche Fortschritt hing plötzlich nicht mehr 1 zu 1 an der investierten Zeit, sondern an Täglichen und Wöchentlichen Events. Wenn man bei den Wöchentlichen Events „Pech“ hatte, musste man auf die nächste Woche hoffen. Neben dieser Möglichkeit war die Chance auf „normalem“ Wege etwas zu finden, was den eigenen Helden verbesserte gefühlt nahe bei Null.

Diese „erste“ Wand konnte ich mit etwas Glück überwinden, um wenig später vor der nächsten (noch höheren) Wand zu stehen. Dieses Mal hatte ich weniger Glück (und hänge dort immer noch fest).

An diesem Punkt lies meine anfängliche Motivation: 100% meiner zum Spielen zur Verfügung stehenden Freizeit in Destiny2 zu stecken etwas nach. Das Spiel wurde nicht schlechter – die Spielmechaniken waren/sind immer noch sehr gut, aber aufgrund dieser künstlichen Bremsen hat meine Motivation stark gelitten.

Das erste DLC (Curse of Osiris) ist angekündigt und ich hoffe, dass diese Wände verschwinden – oder mindestens weiter nach hinten verschoben werden.

Das ist nicht falsch zu verstehen – ich habe nicht mit Destiny2 aufgehört, es gefällt mir immer noch sehr gut. Es hat durch die beschriebenen Mechaniken allerdings Teile meiner anfänglichen Begeisterung zerstört.

Ich halte diese Entscheidung des Herstellers nicht für sehr gut, man hätte das ganze auch anders lösen können – man Entschied sich aber für diese Lösung

Diese Funktion erinnert, wenn man genau darüber nachdenkt eigentlich eine etablierte Free2Play Mechanik ist „Ab Hier kostete jeglicher Fortschritt entweder Tage/Wochen/Monate – oder ein paar Euro…“.

Zum Glück gibt es bei Destiny2 keinerlei Pay2Win Funktionalität – wie man vor kurzem am Beispiel von Battlefront2 / EA gesehen hat gibt es für sowas bei den zahlenden Kunden auch keinerlei Verständnis.

Ich bin also nicht der große Destiny2 Experte. Das PvP habe ich mir kaum angeschaut, den Raid kenne ich nicht. Meine späteren Schlussfolgerungen beruhen also auf einem unvollständigen Bild. Allerdings, bin ich mir recht sicher, dass sich an den groben Eckdaten auch mit weiteren Einblicken nicht viel am Gesamtbild ändern wird.

Nun zu etwas „völlig“ anderem – Diablo3

Da vor kurzem das Trias Diablo3 – Saison 12 Event stattgefunden hat, habe ich (mal wieder) den Weg zurück zum guten alten Diablo3 gefunden.

Wir sind losgezogen, und haben mit 3 vollen Gruppen unsere Saison Helden auf Level 70 gespielt.

Ich habe seit Release unzählige Stunden in dieses Spiel invertiert (Non Season ist mein Paragon Level irgendwas mit 900+). Ohne zu übertreiben kann ich behaupten die meisten Mechaniken des Spiels zu kennen. Geschätzt habe ich etwa 6 oder 7 „Saisons“ Aktiv bis Paragon Level 500+ und dort dann sog. Große Rifts der level 70-85 gespielt. Nichts was in der Nähe der Ranglisten wäre – aber immerhin hoch genug um das System dahinter zu verstehen.

Weiter möchte ich an dieser Stelle nicht auf Diablo3 eingehen, die meisten kennen das Spiel vermutlich ebenso gut oder besser als ich.

Warum ziehe ich nun einen Vergleich zwischen Destiny2 und Diablo3?

Beide Spiele sind völlig unterschiedlich könnte der uninformierte Beobachter sagen. Aber das stimmt nicht, auch wenn Destiny2 ein Shooter und Diablo3 ein „Hack and Slay“ ist, haben beide Spiele eine sehr Wichtige Gemeinsamkeit!

Beide Spiele motivieren den Spieler durch immer „bessere“ Ausrüstung für den eigenen Helden. Dies ist der Dreh und Angelpunkt der Motivation bei beiden Spielen.

Wenn man neben vielen andren Faktoren (Eintönigkeit der Destiny2 Klassen, Vielfalt der Spielbaren Builds bei Diablo3, immersive Welten bei Destiny2 uvm.) einfach mal nur dieses Belohnungssystem vergleicht, fallen mir folgende sehr wichtige Unterschiede auf.

Bei Diablo3 gibt es keine „Wand“ man kommt immer voran. Allgemein isrt der Fortschritt bei Diablo3 langsamer als bei Destiny2 – aber es geht im Gegensatz zu Destiny immer mit derselben, gewohnten Geschwindigkeit weiter. Bei Destiny2 landet man ja irgendwann an den oben beschriebenen „Wänden“.

In Destiny2 gibt es nahezu keine einstellbaren Schwierigkeitsgrade wie bei Diablo3.

Bei Diablo3 „kann“ man (nachdem man das Max-Level erreicht hat) quasi sofort einen sehr guten Gegenstand finden, den man lange zeit behalten kann. In Destiny2 hingeben richtet sich die Stärke der gefundenen Ausrüstung nach dem eigenen Level. Dadurch ist die Erfahrung bei Diablo3 meiner Ansicht nach weit motivierender als bei Destiny2 – wo sich alles nur nach einem weiteren „kleinen“ Schritt anfühlt.

Gegenstände (bzw. deren Werte/Stärke) werden bei Diablo3 zufällig generiert – man kann also etwas finden was schlechter ist als möglich (den eigenen Helden aber trotzdem stark verbessert) – mit der Option dasselbe Ding nochmal besser zu bekommen. Gegenstände bei Destiny2 sind immer identisch, und werden nur das das sog. Powerlevel eingestuft. Man braucht einen bestimmten Gegenstand also nur einmal bekommen – und kann diesen dann (sofern man ihn behalten will immer wieder verbessern (Indem man einen besseren Gegenstand desselben Typs findet, und diesen an den gewünschten Gegenstand „verfüttert“.

Anmerkung: Dieses verbessern (Infundieren) bei Destiny2 funktioniert zwar sehr gut, ist aber, wenn man genauer darüber nachdenkt aufgrund der oben beschrieben Mechanik (Gefundene Gegenstandstärke richtet sich nach eigenem Held) unerlässlich damit das ganze überhaupt spielbar bleibt.

Natürlich ist dies nur ein sehr grober und oberflächlicher Vergleich. Die beiden Spiele sind weit tiefgründiger und bieten beide sehr unterschiedliche Mechaniken in allen möglichen Bereichen.

Dies soll daher keinesfalls ein direkter Vergleich der beiden Spiele sein, es soll viemehr das Beute-/Belohnungssystem der beiden Spiele verglichen werden.

Nura´s Destiny2 vs. Diablo3 Fazit

Diablo3 macht meiner Meinung nach im Bereich der Beute Ausschüttung – und Belohnung/Motivation des Spielers fast alles Richtig.

Destiny2 macht diesbezüglich einiges falsch. Die Qualität der Beute dem Spieler anzupassen klingt zwar sehr gut, hat aber eigentlich nur den einen Grund – den Fortschritt zu steuern. Sicherlich kann so ein System gut funktionieren. Mit den oben beschriebenen „Wänden“ endet man aber immer wieder an genauso einer.

Wenn man regelmäßig neuen „Content“ on form besser Gegenstände ins Spiel bringen will kommt man umso ein System wohl ebenfalls kaum herum, allerdings kann man daran meiner Meinung nach noch einiges verbessern. Das System von Diablo3  1zu1 auf Destiny2 anzuwenden würde wohl auch nicht funktionieren – aber um diese Mechaniken müssen sich die Gamedesigner kümmern.

Als Konsument/Spieler kann ich nur sagen, dass mir das System von Destiny2 weniger gut gefällt als das System von Diablo3.

Destiny2 steht ja noch ganz am Anfang – Ich würde mir wünschen, dass Destiny2 sich die ein oder andere Mechanik von Diablo3 abschaut.

Published inNuradims Gaming Blog

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